Palau, Taucherparadies am Ende der Welt

In meinen letzten Blogbeiträgen habe ich von unseren unmittelbar letzten Reisen berichtet. Um die Zeit bis zum nächsten Urlaub zu überbrücken werde ich nun ein paar kürzere Posts über meine persönlichen Reise-Highlights der vergangenen Jahre schreiben.

Eines der faszinierendsten Reiseziele, für uns als Taucher war der kleine Inselstaat Palau. Das Archipel liegt knapp 1000 Kilometer östlich der Philippinen, zwischen Japan und Australien, im Pazifischen Ozean. Die Republik mit mehr als 300 kleinen Inseln gehört zu Mikronesien und könnte als die nordwestliche Begrenzung der Region bezeichnet werden, die man auch sehnsuchtsvoll als Südsee bezeichnet.

Nach Palau kommt man in der Regel aus einem Grund. Tauchen. Wir haben im Laufe der Jahre sehr viele Tauchgebiete auf dem ganzen Globus besucht, aber die Unterwasserwelt von Palau war bis heute das uneingeschränkte Highlight.


Anreise

Die Anreise kann über Taiwan (Taipeh), Korea (Seoul) oder über die Philippinen (Manila) erfolgen. Wir haben uns für einen Flug mit China Airlines über Taiwan entschieden und auf der Hinreise einem Stopover mit Übernachtung in Taipeh eingelegt. Insgesamt haben wir neun Tage in Palau verbracht und sind von dort aus mit United Airlines nach Manila weitergeflogen um unseren (Tauch)-Urlaub auf der Philippineninsel Negros fortgesetzt.


Unterkunft

Sea Passion Hotel, Koror (2 Nächte)

Carp Island Resort, Carp Island (7 Nächte)


Teil 1 – Koror

Begonnen haben wir unseren Palau Aufenthalt im Sea Passion Hotel auf der Hauptinsel Koror. Das Hotel ist nichts besonderes, unter Preis/Leistungsaspekten aber durchaus eine gute Wahl. Da wir erst am frühen Abend aus Taipeh angekommen sind, konnten wir mit dem Tag nicht mehr allzu viel anfangen.
Für den Folgetag haben wir die Rock Island Tour bei Sam’s Tours gebucht, was ich uneingeschränkt empfehlen kann. Bei dieser Tages-Bootstour kann man sehr schön die Besonderheiten des Archipels bewundern und zwischendurch an traumhaften Plätzen im Gebiet der Rock Islands schnorcheln gehen.

Die Rock Islands liefern das prägende Bild für dieses Inselparadies. Wie grüne Pilzköpfe ragen die unzähligen kleinen Kalksteininseln westlich von Koror bis zur Insel Peleliu aus dem türkisfarbenen Ozean.

Auf einigen der größeren Inseln findet man Brackwasserseen, so auch den spektakulären Jellyfish Lake (Quallensee) auf der Insel Eil Malk. Dieser 420 mal 200 Meter große und 30 Meter tiefe See beheimatet in Spitzenzeiten bis zu 30 Millionen Quallen die tagsüber dem Lauf der Sonne folgend den See durchqueren. Die endemische Art ist völlig ungefährlich und kommt nur in diesem See im Pazifik vor. Es hat eine einzigartige Magie im Gewimmel dieser Geschöpfe zu schnorcheln.

Ein weiterer Stop auf unserer Bootstour ist die Milky Way Lagune, die ihren Namen von dem milchig weißen Sand auf dem Meeresgrund hat. Der helle Sand lässt die Lagune in surrealem türkis erscheinen.
Als besonderes Gimmick holt unsere Bootsbesatzung das feine Sediment vom Grund herauf und eröffnet uns so die Möglichkeit zu einer ganz besonderen Spa Behandlung. Man sagt dem Sand hautpflegende Wirkung nach und nachdem wir uns am ganzen Körper damit eingerieben und später abgespült haben, hatten wir das Gefühl einer schönen seidigen Haut. Naja, vielleicht war es auch bloß Einbildung. 🙂

Um die Mittagszeit haben wir ein Lunchpause auf einer einsamen Insel eingelegt und unser mitgebrachtes Lunchpaket am Strand vertilgt. Danach noch etwas chillen, bevor es weiter mit dem Boot, kreuz und quer vorbei an wunderschönen Inselformationen geht.


Für den nächsten Tag hatten wir etwas ganz besonderes auf unserer Agenda.
Über Palau Helicopters hatten wir einen Helicopter Rundflug gebucht, um uns das Ganze auch mal von oben zu sehen. Eine knappe Stunde dauerte der Flug und wir konnten die Kulisse des Vortages aus der Vogelperspektive in Augenschein nehmen. Das war nun wirklich spektakulär.

Auf unsere Bitte hin, hat der Pilot auch einen Abstecher nach Carp Island gemacht. Auf diese Weise konnten wir unser nächstes Domizil vorab schon einmal aus der Luft inspizieren.
Unmittelbar nach der Rückkehr machten wir uns dann per Speedboot auf den rund 35 Kilometer langen Seeweg nach Carp Island. Den Bootstransfer hatte ich für uns schon im Vorfeld über Peleliu Adventures organisiert.


Teil 2 – Carp Island (Ngereu)

Auf dem kleinen sternförmigen Eiland hatte man uns schon erwartet und wir wurden sehr herzlich empfangen. Gespielte Empörung beim Personal und anderen Gästen schlug uns entgegen, als wir erzählten, dass wir die morgendlichen Störenfriede waren, die mit dem Helikopter über der Insel gekreist sind. Nichtsdestotrotz durften wir bleiben.

Carp Island misst im Durchmesser etwas mehr als einen Kilometer und bis auf den kleinen Bereich den das Resort an der Südspitze einnimmt, gibt es nur dichten Dschungel.
Das Resort selber ist in jeder Hinsicht spartanisch, entschädigt aber mit der einzigartigen Atmosphäre und einigen der Besten Tauchplätze der Welt, die nur wenige Bootsminuten entfernt liegen.
Insgesamt hat das Resort eine halbes Duzend Cottages direkt am Strand und das Divehouse, eine Unterkunft mit kleinen einfachen Zimmern ohne Bad.
Das Essen war OK und es gab jederzeit ein kühles Bier, so dass es uns in unserem Robinson Dasein an nichts mangelte. Außer uns vier waren zu der Zeit nur eine Handvoll anderer Gäste, vor allem Japaner dort was dem Ort einen gewissen Robinson Charme verleiht.

Nach Carp Island kommt man, wie schon erwähnt, zum tauchen.
Blue Corner, Blue Holes, Turtle Cove oder German Channel, um nur einige der Tauchspots zu nennen, liegen in unmittelbarer Nähe und zählen zu den schönsten Unterwasserrevieren der Welt.
Als Gast auf Carp Island hatten wir morgens den unschätzbaren Vorteil, dass wir diese exklusiven Plätze fast alleine für uns hatten. Wenn die Tauchboote aus Koror eintrafen, hatten wir unseren ersten Tauchgang schon abgehakt.


Ein kleiner Exkurs in die Geschichte von Palau

Der German Channel verdankt seinen Namen den deutschen Kolonialherren, die den Kanal im Jahr 1909 in das Riff sprengten um eine Passage für Phosphattransporte von der Insel Angaur nach Koror herzustellen.
Kaum jemand weiß, dass Palau ab 1899 deutsches Hoheitsgebiet wurde. Dem damalige Kaiserreich ist es gelungen den kriegsgebeutelten Spaniern die Inseln zum Schnäppchenpreis abzukaufen und in das Schutzgebiet Deutsch-Neuginea einzugliedern. Schon 15 Jahre später 1914 war der Spaß vorbei als japanische Truppen nach der Kriegserklärung an Deutschland die Inseln besetzten. Später wurde das Gebiet vom Völkerbund Japan als Mandatsgebiet zugesprochen.
Auch im zweiten Weltkrieg war Palau ein heftig umkämpfter Kriegsschauplatz im Pazifik. Besonders auf der unweit von Carp Island gelegenen Insel Peleliu kann man heute noch die Überreste von Panzern, Bunkeranlagen und abgestürzten Flugzeugen besichtigen, die vom Urwald überwuchert ein Zeugnis des brutalen Krieges abgeben. Leider haben wir vor lauter Tauchen verpasst diesen Ort selber zu besuchen.


Eine Aktivität die man auf Carp Island unternehmen kann, ist die Durchquerung der Insel zum nördlichen Ende. Ein Dschungelpfad führt etwa einen Kilometer durch das Unterholz auf die andere Seite. Verborgen am Wegesrand findet man ein Relikt aus alten Zeiten, ein Geldstück der Rai Währung, die auf der Insel Yap, einem Bundesstaat der Föderierten Staaten von Mikronesien, bis ins 20. Jahrhundert verwendet wurde. Die tonnenschwerem Münzen aus Aragonit, einem Mineral welches auf Palau vorkommt, wurden auf Yap für symbolische Geschäfte, wie z.B. Landkauf verwendet. Dabei blieb das Steingeld an seinem Ort und wechselte nur den Besitzer.
Weiter führt der Pfad vorbei an einem Mangrovensumpf bevor man dann das andere Ende der Insel erreicht. Bei Ebbe erlebt man hier an der Nordseite eine Überraschung. Das Türkisfarbene Wasser hat sich mehr als einen Kilometer zurückgezogen und ist einer Wüstenlandschaft aus leuchtend hellem Sand gewichen.

Für den Rückweg kann man am Strand entlang spazieren und die Insel bis zum Ausgangspunkt halb umrunden.
Carp Island ist der perfekt Ort um ein paar Tage abzuschalten und durch ein paar Tauchgänge unterbrochen absolute Ruhe zu genießen. Herrlich.
Abends zum Sonnenuntergang kann man auf Carp Island spektakuläre Farbenspiele am Himmel beobachten und fühlt sich wie in einer anderen Welt.

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