Kambodscha, die Tempelanlagen von Angkor


Angkor heißt Stadt und Wat bedeutet Tempel und diese Namensgebung trifft den Nagel auf den Kopf. Das Areal, unweit der Stadt Siem Reap in Kambodscha ist eine Stadt aus weitläufig verstreuten Tempeln und Klostergebäuden.
Eigentlich bezeichnet Angkor Wat aber nur den zentral gelegenen Haupttempel, das auffälligste Gebäude des historischen Angkor, im Sprachgebrauch wird aber der gesamt Komplex gerne als Angkor Wat zusammengefasst.

Die Tempelstadt ist ganz schön in die Jahre gekommen und der Verfall ist nur mit größter Mühe aufzuhalten oder zu verlangsamen. An vielen Stellen von Angkor gibt es Baustellen wo Archäologen und Bauarbeiter, einem Puzzlespiel gleich, versuchen einzelne Gebäude zu rekonstruieren oder wenigstens zu stabilisieren. Angesichts der Größe des Areals und der immensen Anzahl der Gebäude, ist es eine wahre Sisyphusarbeit den Verfall aufzuhalten.

Diese Wunderwerke der Baukunst verteilen sich auf einem Gebiet von mehr als 2 Quadratkilometern, das entspricht der Fläche von etwa 185 Fußballfeldern.
Vor knapp 1000 Jahren in der ersten Hälfte des 12. Jahrhundert wurde während der Regentschft des Königs Suryvarman II mit dem Bau der Tempelanlage begonnen und der Erzählung nach 37 Jahre später fertig gestellt.

Die Khmer die in diesem Teil Kambodschas lebten haben Angkor im 15. Jahrhundert aufgegeben und über die Jahrhunderte geriet der Komplex in Vergessenheit und wurde von der Natur zurück erobert, wie man immer noch eindrucksvoll sehen kann. Erst unter der französischen Kolonialherrschaft im 18. Jahrhundert wurde Angkor im Dschungel wiederentdeckt, teilweise verfallen und überwuchert von Bäumen und Gestrüpp.


Der Haupttempel Angkor Wat

Zusammen mit den Tempeln von Bagan (Myanmar), ist Angkor das größte, bedeutendste und spektakulärste Zeugnis mittelalterlicher Kultur in Südostasien. Inzwischen zieht dieser magische Ort Heerscharen von Touristen nach Kambodscha und dient oft als Traumkulisse für romantische Hochzeitsfotos.

Anreise

Angkor Wat liegt vor den Toren der kambodschanischen Metropole Siem Reap. Von Deutschland aus fliegt man am Besten über Bangkok, Singapur oder Hongkong nach Siem Reap. Da wir vorher bereits in Asien unterwegs waren haben wir ein Direktflug mit Lao Airlines von Luang Prabang (Laos) nach Siem Reap gebucht.


Unterkunft

Golden Temple Hotel (3 Nächte)
Das Golden Temple Hotel ist eine gute Wahl für den Aufenthalt in Siem Reap. Es liegt strategisch günstig für den Besuch von Angkor Wat. Den Tempelkomplex erreicht man mit dem Tuk Tuk in ca. 20 Minuten. Zum Flughafen dauert es mit dem Taxi nur ein paar Minuten länger. Die Pub Street und der Night Market von Siem Reap sind in weniger als 10 Minuten fußläufig zu erreichen.


Fortbewegung

Die Tempelanlagen von Angkor sind unbestritten die Hauptattraktion Kambodschas und Siem Reaps. Angesichts der Größe des Areals und der großen Anzahl an historischen Zeugnissen sollte man zwei bis drei Tage alleine dafür einplanen. Wir haben uns entschieden zwei Tage überwiegend der Besichtigung und Erkundung von Angkor Wat zu widmen.
Jonny, ein Bekannter der in Siem Reap lebt hat uns für die Zeit einen zuverlässigen Tuk Tuk Fahrer vermittelt. Für 20 US$ pro Tag hat uns Pengsong Ly, den ich hier ausdrücklich empfehlen möchte, zwei Tage lang durch die Gegend gekarrt und die Highlights von Angkor Wat gezeigt.


Eintrittskarten

Die Tickets für Angkor Wat sind nicht ganz billig. Ein Tagesticket kostet 37 US$ und ein Dreitagesticket immerhin 62 US$. Sinnigerweise werden keine Zweitagestickets angeboten. Ein Schelm wer böses dabei denkt.
Die Tickets muss man am Angkor Ticket Center kaufen.
Um sicherzustellen, dass man das Ticket nicht weiter geben kann, werden diese wie Ausweise mit Foto ausgestellt.
Das Ticketoffice ist nicht direkt am Zugang zu Angor Wat, sondern einige Kilometer vorher an der Zufahrtsstraße!


Angkor Wat

Da wir erst am späten Nachmittag im Hotel eingecheckt haben widmeten wir uns erst einmal der Sonne, einem Cocktail und dem süßen Nichtstun am Hotelpool gefolgt von einem leckeren Abendessen im Hotel.
Am nächsten Vormittag starteten wir dann mit einer ersten Erkundung von Angkor Wat.
Pengsong unser Tuk Tuk Fahrer hat uns pünktlich nach dem Frühstück eingesammelt und erst einmal zum Angkor Ticketoffice gebracht, wo die Schlangen an den Schaltern entgegen unseren Befürchtungen überraschend überschaubar waren. Nach dem Aderlass in Höhe von 124 US$ ging es dann schnurstracks zum Westeingang des Angkor Wat Tempelbezirks.

Der Haupttempel Angkor Wat ist von einem breiten Wassergraben umgeben. Weil der Zugang, eine steinerne Brücke aktuell renoviert wird, gibt es rechts davon einen Ponton aus Plastikcontainern der zum Gebäude führt. Wer möchte findet hier am Zugang problemlos einen Guide der einen bei der Besichtigung begleitet und mit vielfältigen Informationen füttert.

Angkor Wat wurde ursprünglich dem Hindu Gottheit Vishnu gewidmet. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wich der Khmer Hinduismus als vorherrschende Glaubensrichtung immer mehr dem Theravada Buddhismus, so dass auch die Tempelanlagen dem veränderten Glauben umgewidmet wurden.
Die Fünf Türme des markanten Bauwerks sind Lotusblüten nachempfunden. Die berühmten Reliefs an den Außenwänden und Galerien stellen historische Schlachten und Szenen der Khmer Mythologie dar und zeugen eindrucksvoll von der Kunstfertigkeit der frühmittelalterlichen Khmer.


Neben Angkor Wat gehören der Bayon Tempel, Ta Prohm und Angkor Thom zu den Hauptattraktionen im archäologischen Park.
Geheimnisvoll und mystisch, wie die Kulisse aus einem Indiana Jones Film, wirkt Ta Prohm auf den Besucher. Hier erkennt man am deutlichsten, wie die Natur die Tempelanlagen erobert hat. Die Gebäude und Mauern sind von Bäumen umwuchert und überwachsen und geben der Szenerie eine fast schon surrealistische Atmosphäre.


Sonnenaufgang im Angkor Park

Ein absoluter Geheimtipp ist der Sonnenaufgang am Lotus Teich vor Angkor Wat. Hier erhält man Fotos die so noch kaum jemand zuvor gemacht hat.
Spaß beiseite. In aller herrgottsfrühe finden sich ganze Völkerscharen am Lotus Teich von Angkor Wat ein, um einen guten Platz für das ultimative Sonnenaufgangsfoto zu ergattern.
Auch wir haben uns der Pilgerschar angeschlossen. Um 4:30h morgens hat Pengsong uns am Hotel eingesammelt und an die Tore von Angkor gebracht.
1 Stunde vor Sonnenaufgang waren wir nicht einmal nahe daran, an diesem Morgen die ersten sein. Rund um den Teich gruppierten sich bereits unzählige Leute, um den neuen Tag vor dieser spektakulären Kulisse zu begrüßen und das obligatorische Foto zu schießen.

Wir haben es aber trotzdem nicht bereut, so früh aus den Federn gekommen zu sein. Die Atmosphäre war einmalig und wir haben unser ganz persönliches Foto von der Morgendämmerung in Angkor.

Sonnenaufgang in Angkor

Nachdem unsere Erinnerungsfotos im Kasten waren und die Sonne über dem Horizont stand, ging es erst mal wieder zurück zum Hotel, um einen Kaffee und ein ordentliches Frühstück einzunehmen.
Danach ein wenig entspannen am Pool und die Sonne genießen bevor es um die Mittagszeit zur finalen Runde wieder in den archäologischen Park von Angkor ging.


Am letzten Abend unseres Aufenthaltes in Kambodscha haben wir uns endlich in das Nachtleben der Stadt gestürzt. Ein Besuch in Siem Reap ist nicht komplett, ohne wenigstens einmal die Pub Street erlebt zu haben. Auf der Vergnügungsmeile wo sich Kneipen, Restaurants, Massageläden, Nachtclubs, Eisbuden, Street-Food Stände und andere Shops aneinanderreihen, herrscht nach Sonnenuntergang ein reges Treiben.

Direkt an die Pub Street grenzt übrigens auch der Nachtmarkt mit einer Vielzahl an Ständen, die allen möglichen Krimskrams, Souvenirs, Klamotten, Elektronik, Street-Food feilbieten.

Nach einem üppigen Abendessen in einem der zahlreichen Restaurants, haben wir hier das erste mal in unserem Leben Fried Ice ausprobiert, eine Spezialität die wir vorher noch nirgends auf der Welt gesehen haben.
Fried Ice wird nicht, wie der Name vermuten lässt ‚gebraten‘ , sondern eine flüssige Speiseeispaste wird auf einer eiskalten Platte ausgewalzt und gefroren, bevor es dann zu Röllchen abgekratzt wird und im Eisbecher landet. Das war ausgesprochen lecker und man sollte es auf jeden Fall einmal probieren, wenn man zufällig in der Gegend ist.
Zum Abschluss des Abends haben wir ein paar Cocktails in einem der vielen Straßenkneipen genommen und das bunte Geschehen auf der Straße verfolgt.


Nach drei Tagen haben dann Siem Reap und Kambodscha wieder verlassen. Über Bangkok ging es zum letzten Ziel unserer Weltreise auf die tropische Insel Koh Phangan im Golf von Thailand.

1 Kommentar zu „Kambodscha, die Tempelanlagen von Angkor

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